Trinken wie die alten Römer – Lora und Posca

Italienische Bräuche, Latium, Rezept

Amphoren in verschieden Größen

Essigwasser, die Erfrischunggetränke der Antike.

Was ist Lora?

Die Lora war ein Getränk in der römischen Antike. Genauer gesagt war sie ein Tresterwein, der von Plinius auch Arbeiterwein (vinum operarium) genannt wurde. Trester sind die bei der Kelterung anfallenden Traubenreste, aus denen früher auch Grappa hergestellt wurde. Diese Reste wurden mit Wasser versetzt und nach einem Tag Lagerung noch einmal durch die Weinpresse geleitet. Dieses alkoholische Getränk war für ärmere Bevölkerungsschichten bezahlbar und schmeckte ähnlich wie stark verdünnte Weinschorle. Aufgrund der Herstellungsweise konnte die Lora schnell in Essig umschlagen, was aber billigend in Kauf genommen wurde, weil man dann daraus noch Posca zubereiten konnte. Sofern die römischen Feldherren ihren Soldaten den Konsum von Lora erlaubten, wurde sie vor Ort aus mitgebrachten Trestern hergestellt, da das Getränk nicht transportfähig war.

Was ist Posca?

Posca war in der griechischen und römischen Antike ein beliebtes Erfrischungsgetränk. Man bewahrte sie wohl meist in Tongefäßen (Amphoren) auf. Genaue Rezepte sind nicht überliefert, aber man nimmt heute an, dass die Zusammensetzung wie folgt war: 1 ½ Tassen Weinessig, ½ Tasse Honig, 1 TL gemahlenen Koriander, 4 Tassen Wasser. Die Mischung wird in einer Pfanne erhitzt, um den Honig zu aufzulösen, der Koriander herausgefiltert und das Getränk vor dem Servieren abgekühlt.
Im antiken Griechenland war es noch ein Heiltrank, doch in Rom wurde es dann zu einem Alltagsgetränk der armen und niederen Klassen. Auch wenn es „nur“ eine Arme-Leute-Getränk war, hatte es doch einige gesundheitliche Vorteile: es lieferte Flüssigkeit und Kalorien und half dank des Anteils an Vitamin C, Skorbut vorzubeugen. Man muss bedenken, dass es kein so frei verfügbares Trinkwasser wie heute gab und dass die Säure Bakterien im Wasser abtötete und den schlechten Geschmack des Wassers übertönte.

Rezept mit Posca

Posca wurde nicht nur als Erfrischungsgetränk verwendet, sondern auch als Zutat in der Küche. Ein von Apicius überliefertes Rezept für Sauren Brotbrei (Sala cattabia) verwendet Posca. Man nehme altbackenes Vollkornweizenbrot, höhle es aus und weiche dir Krume in posca ein. Dann zerreibe man in einem Mörser Pfeffer, Honig, Minze, Knoblauch, frischen Koriander, Salz, Wasser, Olivenöl und mit Salz gewürzten Kuhkäse (also Parmesan oder Grana Padano), gebe das eingeweichte Brot hinzu, übergieße es mit Rotwein und trage den Brei auf.

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