Pizzateig in der Hand

Pizzateig Rezept – Original wie in Neapel

Dieses Pizzateig Rezept braucht traditionell viel Zeit zum Gelingen. Bedenken Sie bei der Planung Ihres Pizzabackens, dass dieser Teig zwei Tage ruhen muss. Das ist viel Zeit, aber wir versprechen: Es lohnt sich!

Und noch eine weitere Anmerkung vorweg: Mein Kollege Toni aus Neapel hat einmal zu mir gesagt: „Mit einen normalem Backblech kannst Du Pizza Napoletana vergessen! Du brauchst unbedingt einen Pizzastein!“

Zutaten für 6 Pizzen

  • 30g Salz
  • 600ml kaltes Wasser
  • 2 g frische Hefe
  • 1kg Mehl tipo 00
  • 50ml Olivenöl
  • 1 EL Zucker
  • Pizzastein
Normalerweise kommen in die neapolitanische Pizza nur 4 Zutaten: Wasser, Salz, Hefe und Weizenmehl. Weil der Elektro-Ofen zuhause aber selten 480° C warm wird, ist die Backzeit der Pizza viel länger als im Holzofen (nur 90 Sekunden). Man gibt daher zuhause oft Öl und Zucker in den Pizzateig. Das Öl macht die Pizza krosser und Zucker hilft bei der Bräunung.

Zubereitung

  1. Das Salz im Wasser auflösen. Das Wasser ist dabei idealerweise 25°C warm.
  2. Die frische Hefe zwischen den Handflächen über dem Mehl verreiben. Die Bröckchen sollen in das Mehl fallen.
  3. Jetzt beginnt das Kneten, per Hand oder mit der Küchenmaschine. Nach und nach das Salzwasser in das Hefe/Mehlgemisch einarbeiten.
  4. Nun den Zucker und das Olivenöl in den Teig einkneten.
  5. Den Teig aus der Knetmaschine nehmen und etwa 10 Minuten mit beiden Händen weiter kräftig durchkneten.
  6. Sobald der Teig elastisch ist und nicht mehr an den Händen klebt, abgedeckt mit einem feuchten Tuch für 3 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.
  7. Anschließend den Teig 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Am besten in einer luftdicht verschlossen großen Plastikdose.
  8. Nach den zwei Tagen den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und Kugeln von ca. 250 g Gewicht formen.
  9. Diese Teigkugeln dann erneut drei Stunden bei Raumtemperatur abgedeckt mit einem feuchten Tuch stehen lassen.
  10. Pizzastein im Backofen vorheizen.
  11. Die Teigkugeln in Mehl wenden und auf einer bemehlten Fläche zu Pizzen formen. Dazu kein Nudelholz verwenden, sondern die Hände! Den Teig dafür von innen nach außen drücken. Darauf achten, den Rand nicht zu berühren! Ziel ist ein Teigfladen, der in der Mitte dünn und am Rand dick ist. Dann kann der Rand im Ofen weich hochbacken.
  12. Die Pizza belegen und bei höchster Stufe (die meisten Backöfen hierzulande schaffen 250° C) auf einem Pizzastein 5-6 Minuten backen.
Haben Sie Fragen zu diesem Rezept oder wollen Sie Ihren persönlichen Pizzateig-Trick mit uns teilen? Dann schreiben Sie unten doch einfach schnell einen Kommentar!

Pizza Rezept – Tipps

In Sachen Belag sind die Neapolitaner echte Puristen: Weniger ist mehr! In der Pizzeria entscheidet man sich zwischen Pizza Margherita mit gut abgetropftem Fior di latte Mozzaralla, Basilikum und Tomatensoße oder Pizza Marinara.

Das oben aufgeschriebene Rezept braucht viel Zeit! Wenn es schneller gehen soll, stellen Sie einen Teig mit kurzer Gehzeit her. Das geeignete Mehl dafür ist eines mit mittlerem Proteingehalt, wie etwa das Classica Blu Mehl von Caputo.

So schmeckt echt italienische Pizza

Ein paar grundlegende Merkmale unterscheiden die echte neapolitanische Pizza von anderen Pizzen. So hat die Pizza in Neapel einen Durchmesser von 30-35 cm, einen erhöhten, luftig gebackenen Rand, der nicht verbrennen darf, sowie einen elastischen und weichen Boden.

Original Pizzateig wie in Neapel?

Es ist ein Unterschied ob man bei neapolitanischer Pizza von Pizza „fatto a casa“ oder „fatto in pizzeria“ spricht. Die Haushaltsvariante wird mit Hefe gemacht, die in der Pizzeria mit Sauerteig. Jeden Tag, wenn der Teig hier neu angesetzt wird, kommt ein Rest vom Vortag dazu. In manchen Pizzerien Neapels sind die Sauerteigkulturen schon 100 Jahre alt.

Ein Konsortium überwacht die Echtheit der Pizza Napoletana in den Pizzerien. Es gibt ein strenges Regelwerk, an das sich die Pizzabäcker halten müssen – sonst verlieren sie ihr Zertifikat.

In den Familien hingegen, hat jeder Haushalt sein eigenes Rezept. Obwohl Rezept… für viele Neapolitaner ist das Pizza machen buchstäblich in Fleisch und Blut übergegangen. Sie machen perfekte Teige nur mit Gefühl und Augenmaß.

Mein neapolitanischer Kollege Toni zum Beispiel, braucht keine Waage und kein Litermaß. Er fühlt, ob der Teig zu trocken oder zu feucht ist. Außerdem findet er es frevelhaft, Zucker zum Teig zu geben. Viele Neapolitaner tun dies aber, wie oben schon beschrieben. Oder sie verwenden Milch statt Zucker.

Warum muss der Pizzateig in den Kühlschrank?

Im Kühlschrank sind die Temperaturen konstant und garantieren eine langsame und gleichmäßige Gärung. Während der Ruhezeit im Kühlschrank leitet die Hefe die alkoholische Gärung ein. Die Hefe entwickelt Kohlendioxid, das den Teig auflockert. Außerdem kann das Klebereiweiß (Gluten) des Weizens seine Strukturen ausbilden. Der Teig wird elastisch.

Die Neapolitaner haben das früher natürlich nicht gemacht. Der Teig ruhte dann 6-8 Stunden bei Zimmertemperatur unter einem feuchten Tuch. Es ist also durchaus möglich, den Pizzateig im Warmen gehen zu lassen. Die Hefen verrichten ihre Arbeit dann schneller – aber eben nicht so gründlich. Und das schmeckt man.

Ein Wort zur Hefe im Pizzateig

Viel hilft viel? Wenn es um Hefe und Pizzateig geht, vergessen Sie am Besten dieses alte Sprichwort! Hefe kann einen sehr dominanten Eigengeschmack entwickeln, der am Ende die Nuancen Ihrer Pizza ruiniert.

Wenn Sie Ihrem Pizzateig eine lange Ruhezeit spendieren, werden Sie sehen, dass Sie auch mit wenig Hefe geniale Ergebnisse erzielen können. In diesem Rezept kommen gerade mal 2 Gramm frische Hefe zum Einsatz. Probieren Sie das mal aus!

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