Saturnia

Toskana

Therme Saturnia

Wer Urlaub in der Toskana macht und das besondere Badeerlebnis sucht, sollte sich einmal auf den Weg nach Saturnia machen. Denn 60 km südlich der Provinzhauptstadt Grosseto in der toskanischen Maremma gibt es ein Thermalbad, das sich noch einmal 1 km südlich des Ortes befindet. Dort strömen pro Sekunde 800 l 37°C warmen Wassers die Terrassenhänge hinab. Dieses Wasser entspringt in den Monte Amiata und ist schwefelhaltig.
Der Legende nach sollen die Terrassenanlagen entstanden sein, als Jupiter im Streit mit Saturn Blitze gegen Saturn schoss und diese den Boden trafen.
Eintritt kostet die Therme nicht; lediglich der Parkplatz oberhalb muss mit einem Obolus entgolten werden. Dann verwöhnt das warme Wasser, das allerdings wegen des Schwefelgeruchs nichts für sehr empfindliche Nasen ist. In den oberen Becken, wo das Wasser reißender ist, kann man sich von der Wasserkraft massieren lassen; in den weiter unten gelegenen, etwas kühleren Becken kann man auch kurze Strecken schwimmen.
Wer es kennt, den erinnern die Terrassenbecken an die weißen Naturbecken in Pamukkale in der Türkei.

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Erholung in Saturnia

Historisches Saturnia

Wer sich weniger für das Baden oder darüber hinaus interessiert, der sollte sich das historische Saturnia nicht entgehen lassen. Wie so viele Städte in der Toskana soll auch Saturnia eine etruskische Gründung sein. Die erste römische Siedlung gab es im Jahr 183 v. Chr. Noch heute zeugen Reste der römischen Stadtmauer (Mura di Saturnia) mit römischen Torbögen (Porta Romana) aus dieser Zeit. Danach verlor der Ort an Bedeutung und wurde im 14. Jahrhundert sogar von Sienesern dem Erdboden gleichgemacht. Erst im 19. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt und das Heilbad errichtet.
Nur 12 km von Saturnia entfernt liegt Pitigliano, eine weitere etruskische Stätte. In das Tuffgestein sind mehrere Höhlen geschnitten; von den meisten ist der ursprüngliche Zweck nicht mehr ersichtlich. Eine davon ist der Tempietto (=kleiner Tempel), von dem einige annehmen, dass es sich um einen vorchristlichen Tempel handeln soll. Aufgrund seiner großen und aktiven jüdischen Gemeinde wird Pitigliano auch als Klein-Jerusalem bezeichnet. Die Synagoge aus dem 16. Jahrhundert in der Altstadt ist unterkellert und bietet dort Platz für die Mikve, eine Bäckerei, die koschere Metzgerei und einen koscheren Weinkeller.

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Terme di Saturnia

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