Lucius Licinius Lucullus

Latium

Lukullus

Den Ausdruck „lukullisches Mahl“ haben Sie sicher auch schon einmal gehört und vielleicht sogar schon einmal Lukullus (auch schnöde als „Kalter Hund“ bekannt) gegessen. Beide Bezeichnungen leiten sich vom römischen Senator und Feldherrn Lucius Licinius Lucullus (117 v. Chr. – 56 v. Chr.) ab, der heute vor allem für seine üppigen Festmahle bekannt ist. Die Bezeichnung für den Kalten Hund ist wohl euphemistisch der Nachkriegszeit geschuldet, als ein so simpler Kuchen als üppiger Hochgenuss angesehen wurde.

Lukull lukullus

Lukull

Lucius Licinius Lucullus

Während seiner zahlreichen Feldzüge gelang es Lucius, einen enormen Reichtum anzuhäufen. Von diesem Geld ließ er sich nach seiner Rückkehr nach Rom 63 v.Chr. in der Umgebung von Rom mehrere Villen bauen, zusätzlich einen Palast auf dem Palatin in Rom. Er soll es gewesen sein, der aus der Stadt Giresun in der heutigen Türkei die ersten Kirschen nach Rom importiert haben soll, wie Plinius in seiner naturalis historia berichtet. Diese erfreuten sich derartiger Beliebtheit bei den Römern, dass sich die Verbreitung innerhalb von 120 Jahren bis nach Britannien erstreckte.

Lukull – Schlemmer und Genießer

Heute ist Lukull leider nur noch als Gastgeber üppiger Festmahle bekannt, wobei das nicht unbedingt der schlechteste Ruf ist, den ein Römer haben kann. Seine Interessen beschränkten sich aber bei Weitem nicht nur auf Kulinarisches. Während seiner Feldzüge in der Provinz Asia hatte er die persische Gartenkunst kennen und schätzen gelernt. In Rom (Horti Lucullani, nahe der heutigen Spanischen Treppe) und Neapel ließ er daher prunkvolle, mit Statuen (oft Kopien antiker griechischer Vorbilder) geschmückte Gärten anlegen. Erst 2007 wurde in Rom ein zu einem seiner Gärten gehörendes Nymphäum entdeckt. Darüber hinaus war er hochgebildet und besaß eine umfangreiche Bibliothek, die er auf seinem geerbten Landsitz in Tusculum in den Albaner Bergen beherbergte und die er interessierten Gelehrten zugänglich machte.

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