Liebstöckel

Kräuter & Gewürze

Liebstöckel – Levisticum

Liebstöckel ist ein aromatisches Küchenkraut, das wegen seines dem Maggigewürz ähnlichen Geschmacks auch Maggikraut genannt wird. Interessanterweise enthält Maggi-Würze jedoch keinerlei Liebstöckel. Der deutsche Name Liebstöckel leitet sich vom lateinischen Levisticum ab. Allerdings ist es keine Übersetzung des Lateinischen, sondern eine volksetymologische Ableitung, d.h. ein Wort, das im Deutschen ähnlich klingt wie das lateinische.
Im Italienischen heißt das aromatische Küchenkraut levistico oder sedano di monte (wörtlich „Bergsellerie“).

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Liebstöckel

Liebstöckel – Herkunft und Anbau

Es wird vermutet, dass Liebstöckel ursprünglich aus dem Nahen oder Mittleren Osten stammt, genauer gesagt aus Persien. Über die mediterranen Länder gelangte er ins restliche Europa. Wildbestände sind nur in warmen Gebieten anzutreffen, selbst in Italien ist er wild selten. Durch den Anbau in Gemüse-und Kräutergärten kann es aber durchaus zu wilden Vorkommen in kälteren europäischen Regionen kommen.
Beim Selbstanbau ist zu bedenken, dass für eine Familie eine Pflanze ausreichend ist. Diese nimmt im Laufe ihres Wachstums enorm an Umfang zu, so dass man eine Fläche von 0,5 m² einplanen sollte. Liebstöckel ist eine stark den Boden auszehrende Pflanze; an die gleiche Stelle kann man sie erst nach 4 Jahren wieder pflanzen. Die Maggikraut-Pflanze braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort und muss regelmäßig gewässert werden.

Verwendung von Liebstöckel in der Küche

Das Aroma ist ähnlich wie das von Sellerie, aber nicht ganz so aufdringlich. In der antiken römischen Küche wurde Liebstöckel ausgiebig eingesetzt. Er taucht in vielen Rezepten des Marcus Gavius Apicius in seinem Kochbuch De re coquinaria auf. Auch in der Küche der Benediktinermönche des Mittelalters war Liebstöckel sehr verbreitet. Sie waren es auch, die das Küchenkraut in Europa verbreiteten.
Heute wird Liebstöckel in der italienischen Küche für Risottos und die Zubereitung von Brühen verwendet. Außerdem passt er sehr gut zu Fleisch (in Gewürzmischungen), insbesondere Hühnchen sowie Stockfisch. Auch die Samen werden verwendet: In Likör, in Salaten und in Fladenbrot.
In Deutschland verwendet man Liebstöckel für Pilzgerichte und in Suppen und Eintöpfen, sowohl die Blätter, als auch die Samen.

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